Wie alles begann…

Verfasst von Barbara Naur

Vor ein paar Wochen fragt mich eine Patientin, wie ich eigentlich dazu gekommen bin, “das zu machen, was ich mache." und das gab mir einen Anlass mal wirklich zu reflektieren, wie ich wurde, was ich bin.

Wie kam es eigentlich dazu, dass ich jetzt eine Heilpraktiker-Praxis habe und eine ganz klare Ausrichtung auf Frauen, die alles geben, die sich einbringen und die so angestrengt sind, dass sie manchmal einfach alles hinwerfen möchten? Frauen, die auf dem besten Weg ins Burnout sind.

Reflektieren, wie es dazu kam, an einem bestimmten Punkt angelangt zu sein, ist ein entscheidender Punkt dahin zu kommen, wo man hinwill. Eigentlich wollte ich nämlich Schauspielerin werden. Noch früher Opernsängerin. Mit meinem Vater saß ich zusammen und hörte und las und sang Opern. Ich kann immer noch das Erste Duett des Fidelio trällern und die Arie des Äntchens beim Freischütz.

Warum also nicht dieser Weg?

Meine Liebe zum Heilen begann in der Kindheit. Meine Mutter mit ihrem Interesse für Naturheilkunde, Yoga und Spiritualität brachte mich darauf. Mein erstes Horoskop wurde erstellt, da war ich gerade erst geboren. wir waren immer bei Anthroposophischen Ärzten und ich wurde regelmäßig massiert. (Danke Mami) Ich massierte schon früh selbstverständlich meine Mutter auch zurück.

Ich liebte Ronja Räubertochter und Kräuterhexen und meine Mutter erlaubte mir die kleinen Kamille-Pflänzchen in den Baumscheiben der Berliner Großstadtbäume zu ernten. Die trocknete ich und bewahrte sie auf in kleinen Gläschen unter meinem Hochbett - meiner “Höhle im Wald”.

Meinen ersten Massagekurs machte ich mit 14 bei meiner Tante auf einem Camping Urlaub am See. Sie massierte schon seit Jahren und zeigte mir eine sehr schöne Kopf- und Gesichtsmassage, die ich in meinen geschwänzten Sportstunden auf dem Mattenwagen mit meiner Klassenkameradin übte. (Danke Tante Teresa)

Ich bekam auch immer wieder erstaunlich gutes Feedback. Ein Freund, der damals als Pfleger arbeitete und über Rückenschmerzen klagte, war so begeistert nach meiner Massage auf einer Parkbank, dass er aufsprang und mich förmlich anschrie, ich MÜSSE das unbedingt beruflich machen. (Danke Salvador!) Ich war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt.

Das erste Mal von Shiatsu hörte ich von meiner Nachbarin, die dieses komische “Shi-irgendwas” machte. Zum Glück wohnt die nicht in Berlin, sonst würde ich nur für sie Werbung machen. Sie behandelt so phänomenal gut und ich habe mir viel von ihr abgeguckt. (Danke, Nathalie!)

Ja, aber wie gesagt: ich wollte ja eigentlich Schauspielerin werden. Ich ging zu einem Vorbereitungskurs für die Prüfungen, Ich reiste durch ganz Deutschland zu allen Schulen und sprach vor. Ich wollte wirklich auf die Bühne. Aber das, was ich fand war

  • Ellenbogenkrieg unter den Bewerberinnen, Ja, unter den weiblichen Bewerberinnen! Es gibt 75% Frauen, die Schauspielerinnen werden wollen und 90% Stellen für Männer!

  • Fiese Beurteilungen der Leistungen auf der Bühne, die ich sofort persönlich nahm.

  • Emotionales Aufreiben beim Vorsprechen mit einem Gefühl von Leere und Unsicherheit hinterher.

Das war meine erste bewußte Begegnung mit STRESS. Mein ganzer Körper spannte sich an. Ich fühlte mich klein und unbedeutend und verletzt. Meine ganze Existenz war in Frage gestellt. Ich brach zusammen. Ich konnte nichts mehr. Ich wollte nichts mehr. Meine Beziehung war irgendwie auch am Ende.
Ich rasierte mir die Haare ab, trug eine schwarze Lederjacke. Ich war verletzt, wütend und müde.

Das was mich hielt war mein Körper und die Übungen, die ich gelernt hatte, um meinen Körper besser wahrzunehmen und dann ging ich aufs Rainbow Gathering, um den Mond anzuheulen und wieder Kontakt zur Natur zu bekommen. (Danke Hans!)

Meine Schwester riet mir: Schauspieler werden nur Leute, die sich NICHTS anderes für sich vorstellen können als die Bühne. Wenn Du Dir irgendetwas anderes für Dich vorstellen kannst, dann mach das.
Was kannst Du denn noch? Und was ich schon immer konnte, war massieren, doch das war mir nicht genug. (Tusind tak, Gitte)

Eine Freundin erzählte mir von Alchemilla e.V. die selbstbestimmte Heilpraktikerschule für Frauen, die mich prägen sollte. (Danke Hella!)

Ich war 21 Jahre alt und meldete mich an in der HP Schule und ging völlig naiv in alle Kurse. 2 Vormittage in der Woche medizinischer Unterricht für die Prüfung, 2 Vormittage und 2 Nachmittage in der Woche Naturheilkundliche Fächer. Über 4 Jahre.

Und ich nahm alles mit: TCM, Shiatsu, Massage, Astrologie, Heilpflanzenkunde, Schamanismus, (jeweils 2 Jahre lang, die folgenden über 6 Monate), Lymphdrainage, Ohrakupunktur, Kinesiologie, Cranio-Skral-Therapie, Farbheilung, Irisdiagnose, Humoral-Therapie, Hexenkraft und Schamanismus. Wir machten Trance-Tanz, Räuchern, Homöopathische Verreibungen… You name it. Ich wollte alles. Den großen Kurs Homöopathie ließ ich aus. Ich konnte dann doch nicht alles machen - war mir auch zu verkopft. Irgendwie kann ich das nicht.

Ich nahm teil bei einem Ritual der Sinne, bei einem Angel-Walk, bei Bajan-Sing Abenden und beim Tanz ums Feuer - Ja, natürlich nackt. Ich baute Tipis und ein Kraftschild für mich und lernte Reiki. Ich probierte Vegane Ernährung, Aufstellen nach Hellinger und Blutegel-Therapie. Ich lernte - bitte sehr - Nasenreflexzonenmassage! Ich setzte Tinkturen an und mischte Kräutertees.

In der Medicine Area auf dem Rainbow Gathering in Kroatien, wo ich aushalf, wurde ich “Medicine Woman” genannt.

Meine Überlegung war: Alle Menschen sind anders. Ich will alles lernen, um Menschen zu helfen. Ich weiß ja vorher noch nicht, was ich dann können werde und was mir Spaß macht.
Im Endeffekt blieb die Essenz:

  • Die einen wollen sich selber besser verstehen, z.B. warum sie immer wieder die gleichen Fehler machen usw. - also Astrologie / Coaching

  • Die anderen brauchen Unterstützung mit ihrem Körper wieder nah zu sein - also Massage bzw. Shiatsu,

  • die nächsten haben ihre Anbindung zu einer höheren Macht in der Natur verloren - also Schamanismus/ Ritualarbeit.

Körper, Geist, Seele - ganzheitlich, wie ich es verstand.

Je mehr ich lernte mich selber zu spüren, desto feiner wurde meine Arbeit. Ich fühle an meinem eigenen Körper, wie sich meine Hände bei einem anderen Menschen anfühlen.

Es folgten 4 Jahre Shiatsu Ausbildung, 2 Jahre Ausbildung zur Naturorientierter Prozessbegleitung, 2 Jahre Leadership Kurs, 4 Jahre Arbeit mit Massage und Ritualen, 4 Jahre Arbeit in der Pflege und 7 Jahre Klinik Mitarbeit in der Psychosomatik.

Es haben nicht immer alle verstanden, warum ich das tue, was ich tue.
Aber gut, ich verstehe auch nicht, warum jemand an Geo-Thermik Spaß hat oder an Schach.
Ich bin Berührungskünstlerin und das ist das, was ich kann.

Wenn Du meine Arbeit kennenlernen möchtest, komm gerne auf mich zu, dann schauen wir, wie ich Dich unterstützen kann.

Ich freue mich auf Dich.

Barbara Naur